E-paper - 09. Oktober 2020
Blickpunkt Thurnau

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Hecken, Sträucher und Bäume rechtzeitig zurückschneiden

Da uns aus der Bevölkerung immer öfter Anfragen erreichen, ob wir nicht zum Thema Heckenschnitt genauere Informationen an die Bürger weitergeben können, haben wir uns gerne dieser Thematik angenommen und möchten hier alle Haus- und Grundstücksbesitzer über die „Verkehrssicherungspflicht bei Anpflanzungen“ an öffentlichen Straßen und Wegen informieren.

Vom 01. Oktober bis einschließlich 31. März dürfen wieder radikale Rückschnitte von Hecken, Sträuchern und Bäumen vorgenommen werden, soweit sie nicht biotopkartiert sind. In diesem Zusammenhang wollen wir Sie über das freizuhaltende sog. „Lichtraumprofil“ informieren:

Als „Lichtraumprofil“ wird eine definierte Umgrenzungslinie bezeichnet, die meist für die senkrechte Querebene eines Fahrweges bestimmt wird. Aus Gründen der Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs muss das Lichtraumprofil der öffentlichen Verkehrsfläche frei und sauber gehalten werden.

a) Über die Fahrbahn ragende Äste und Zweige von Baumkronen oder Sträuchern sind so zurückzuschneiden, dass der Luftraum über der Straße mit einer lichten Höhe von 4,50 m über der Fahrbahn und den Straßenbanketten freigehalten wird. Dies stellt die Durchfahrtshöhe von LKW´s bzw. auch Rettungsfahrzeugen von 4,50 m sicher.

b) Über Geh- und Radwegen sind Hecken, Sträucher und Bäume mit einer lichten Höhe von 2,50 m über den Wegen auszuschneiden.

c) Seitlich müssen Anpflanzungen mindestens 50 cm Abstand zum Fahrbahnrand haben: Schneiden Sie deshalb alle seitlichen Bepflanzungen an Geh- und Radwegen sowie Straßen bis zu Ihrer Grundstücksgrenze zurück.

d) Achten Sie bitte sorgfältig darauf, dass Verkehrszeichen, Verkehrsspiegel und Straßenleuchten nicht verdeckt werden.

e) Denken Sie bitte auch an die Sichtbarkeit Ihrer Hausnummer. Im Ernstfall kann dies für Rettungsfahrzeuge, Feuerwehr oder Polizei wichtig sein und Ihnen im Notfall wertvolle Zeit retten.

Rechtsvorschriften:

Die Verpflichtung, nebenstehende Anpflanzungen bis auf die Grundstücksgrenze zurückzuschneiden, ist im Bayerischen Straßen- und Wegegesetz (BayStrWG), Art. 29 Abs. 2 geregelt:

Demnach sind Anpflanzungen aller Arten, „sowie sie die Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs beeinträchtigen können“ verboten.

Der Überhang von Anpflanzungen stellt überdies auch eine Verkehrsgefährdung gemäß Straßenverkehrsordnung (StVO) dar:

Demnach ist es gemäß § 32 Abs. 1 der StVO verboten, die Straße zu beschmutzen oder zu benetzen oder Gegenstände auf Straßen zu bringen oder dort liegen zu lassen, wenn dadurch der Verkehr gefährdet oder erschwert werden kann. Wer für solche verkehrswidrigen Zustände verantwortlich ist, hat diese unverzüglich zu beseitigen.

Der Zeitraum für den Heckenschnitt wird von § 39 Abs. 5 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) festgesetzt.

Blickpunkt Thurnau vom Freitag, 9. Oktober 2020, Seite 6 (19 Views)

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