E-paper - 14. Februar 2020
Blickpunkt Thurnau

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„Kasendorfer Zukunftswerkstatt“ – Kreisjugendring stellt Ergebnisse vor

Die Durchführung der Kasendorfer Zukunftswerkstatt liegt mittlerweile schon wieder mehr als ein Vierteljahr zurück. Am 11. Oktober 2019 hatten Marktgemeinderat, Jugendvertreter und Kreisjugendring alle Kasendorfer Jugendlichen in die Schulturnhalle eingeladen, um ihnen die Möglichkeit zu geben, ganz konkret zu äußern, wie sie sich ihre Zukunft in Kasendorf vorstellen. In der Gemeinderatssitzung am 15.01.2020 wurden dem Marktgemeinderat nun die Ergebnisse vorgestellt.

Im öffentlichen Teil der Sitzung war Jürgen Ziegler, Kreisjugendpfleger vom Kulmbacher Landratsamt, zu Gast im Sitzungssaal und informierte in einer 27-seitigen Präsentation über die Durchführung der Veranstaltung. Für die Zukunftswerkstatt hatte man drei große Stationen aufgebaut, die unter dem Motto verschiedener Themenbereiche standen. Bei „Reiß ab – bau auf“ standen vor allem die baulichen Belange der Marktgemeinde im Fokus. Mit Hilfe eines Ortsplanes wurde erörtert, inwieweit Veränderungen an Gebäuden und der Infrastruktur erforderlich sind. Bei „In & Out“ richtete sich der Schwerpunkt hingegen auf bereits bestehende Vereinsangebote und Events und bei „Wenn ich König/in wäre…“ fragte man allgemeine Wünsche und Anregungen ab. Bei allen Stationen konnten die Jugendlichen aktiv mitarbeiten, indem sie ihre ganz individuellen Wünsche, Ideen, Kritiken und Verbesserungsvorschläge zu den jeweiligen Themen äußerten. Im Anschluss erfolgte ein Voting, bei dem sich herauskristallisierte, welche Wünsche und Kritiken die Mehrheit beschäftigt.

Besonders liegt den Kasendorfer Jugendlichen eine Verbesserung des Kerwakonzeptes am Herzen. Aus der jährlich im September stattfindenden Veranstaltung könne aus Sicht der Jugend mehr gemacht werden. So wurde beispielsweise der Vorschlag eingebracht, die Kerwa auf den Festplatz zu verlegen. Dieser solle allgemein mehr und besser genutzt werden, zum Beispiel für Livekonzerte oder Open-Air-Kinos. Um ihre Freizeit noch abwechslungsreicher gestalten zu können, sprachen sich die Teilnehmer vermehrt für einen Wasserspielplatz, einen Klettergarten, eine Skateranlage oder ein Volleyballfeld aus. Auf dem Gebiet der Infrastruktur gab es Kritiken gegenüber der Internetverbindung. Hier wurde angeregt, mehr Hotspots im Gemeindegebiet einzurichten. Auch die ÖPNV-Verbindungen wurden bemängelt; ebenso ein fehlender Supermarkt.

Jürgen Ziegler zeigte sich insgesamt beeindruckt von den Ergebnissen und zog eine durchwegs positive Bilanz: „Die Kasendorfer Zukunftswerkstatt kann aus unserer Sicht als großer Erfolg angesehen werden. Die Jugendlichen haben sich vor allem stark mit den Thematiken Infrastruktur und Freizeitangeboten beschäftigt. Da sind interessante und fundierte Ideen dabei!“. Gleichzeitig appellierte er an den Gemeinderat, dieses große Potenzial zu nutzen und sicherte hier auch die Unterstützung durch den Kreisjugendring zu.

Als echte Chance sieht auch Bürgermeister Bernd Steinhäuser die Aktion: „Die Jugendlichen haben durch die Erarbeitung einer Bestandsaufnahme die Weichen entsprechend gestellt. Natürlich wird nicht alles umsetzbar sein. Wir als Gemeinderat werden uns aber über die Ergebnisse beraten und versuchen, diese bei unseren Entscheidungen so gut es geht mit einfließen zu lassen“.

Hier ist für weitere Mithilfe durch die Jugendlichen selbst bereits gesorgt: direkt am Veranstaltungsabend im Oktober hatten Viele ihre Kontaktdaten hinterlassen und möchten ihre Heimat aktiv mitgestalten. mkr

Gespannt erwartet der Marktgemeinderat die Ergebnisvorstellung der „Kasendorfer Zukunftswerkstatt“, die Jürgen Ziegler vom Kreisjugendring zur Gemeinderatssitzung mitgebracht hat.

Foto: Maximilian Krüger

Blickpunkt Thurnau vom Freitag, 14. Februar 2020, Seite 9 (34 Views)

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