E-paper - 14. Februar 2020
Blickpunkt Thurnau

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Jahresversammlung des Gartenbauvereins Feulersdorf

Altes Wissen weitergeben

„Narren hasten, Kluge warten und Weise gehen in den Garten“, zitierte Vorsitzende Heike Linz, den indischen Dichter Tagore, bei ihrer Begrüßungsrede zur Jahresversammlung des Gartenbauvereins Feulersdorf. Weiter sagte sie: „Wir hier auf dem Land haben den Luxus, einfach rauszugehen und die Karotte aus der Erde zu ziehen. Das sollten wir auch nutzen.“

Der Kreisvorsitzende der Kulmbacher Gartenbauvereine, Günter Reif, betonte, dass das Gärtnern in den letzten Jahren wieder eine Aufwertung erfahren hat, nicht zuletzt durch gesellschaftliche Strömungen wie „Rettet die Bienen“ und „Fridays for Future“. „Das Wissen über die Zusammenhänge in der Natur ist auf den Dörfern erhalten geblieben“, sagte er und appellierte an alle Großeltern, ihren Enkelkindern das alte Wissen weiterzugeben. Er selbst ginge mit gutem Beispiel voran und erklärte in seinem Vortrag mit dem Titel „Was blüht denn da am Wegesrand“, dass Gänseblümchen früher nicht nur zum Kränzeflechten dienten, sondern auch wichtige Heilpflanzen waren, deren Knospen man in Salate mischte. In Ermangelung von Süßigkeiten, erzählte Reif, habe er selbst als Kind die Blüten von Taubnesseln ausgelutscht: „Das waren unsere Gummibärchen“.

Das Habichtskraut heiße so, weil die Blütenblätter die Form der Schwanzfedern des Habichts haben. Reif erklärte ökologische Zusammenhänge, etwa, dass es ohne Wiesenschaumkraut auch keinen Aurorafalter mehr geben werde und ohne die Wiesenskabiose auch die Knautien-Sandbiene ausstirbt. Er wies auch auf Giftpflanzen hin, etwa das Johanneskreuzkraut, das man auf keinen Fall anfassen solle. Den Feulersdorfern gratulierte Reif zur großen Vereinsstärke von aktuell 64 Mitgliedern. Viele von ihnen kümmern sich regelmäßig bei gemeinsamen Arbeitseinsätzen um die Grünflächen im Dorf, vor allem um den Hülweiher und den Spielplatz im Ortskern. Sie binden jedes Jahr die Osterkrone und pflegen die öffentlichen Rosenbeete. Der Verein veranstaltet Dorffest, Kirchweih und Weihnachtsfeier und bietet Ausflüge für Mitglieder an, unter anderem Keltereibesuche oder Stadtführungen.

Aktive Gartenbauvereine haben neben Feulersdorf auch die Ortschaften Sanspareil, Wonsees und Schirradorf. „Ich freue mich, dass es in einer kleinen Gemeinde wie Wonsees, so viele Gartenbauvereine gibt. Sie kümmern sich aktiv um das Erscheinungsbild der Dörfer und das Gemeinschaftsleben“, so der Wonseeser Bürgermeister Andreas Pöhner. Er überreichte der Feulersdorfer Hobbygärtnerin Else Erlmann die Model „Gärten für Mensch und Natur“, eine Auszeichnung des Landkreises Kulmbach, für ihren Bauerngarten, in dem ein alter Nussbaum steht.

Geehrt für 26 Jahre Mitgliedschaft wurde Josef Schütz, der seit 22 Jahren durchgehend das Amt des Kassiers inne hat. Ehefrau Petra Schütz wurde für 25 Jahre Mitgliedschaft geehrt. Seit 2006 steht sie als stellvertretende Vorsitzende mit an der Spitze des Vereins.

Dieses Jahr kommt mit der Sanierung des Dorfhauses ein großes Projekt auf den Gartenbauverein Feulersdorf zu.

Blickpunkt Thurnau vom Freitag, 14. Februar 2020, Seite 21 (18 Views)

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